Medi­ka­men­te gegen erek­ti­le Dys­funk­ti­on zu Las­ten der GKV

Ges­tern habe ich einen Bei­trag zu der Fra­ge ver­fasst, ob nicht-ver­ord­nungs­pflich­ti­ge Medi­ka­men­te – die auch nicht von der Arz­nei­mit­tel-Richt­li­nie für erstat­tungs­fä­hig erklärt wer­den – in Aus­nah­me­fäl­len (hier Neu­ro­der­mi­tis-Erkran­kung) von der Kran­ken­kas­se über­nom­men wer­den kön­nen. Dort wur­de der Anspruch von der Klä­ge­rin mit deut­schem Recht – ins­be­son­de­re aus dem Ver­fas­sungs­recht – begrün­det. Das Bun­des­so­zi­al­ge­richt (BSG) stell­te jedoch fest, dass ein sol­cher Anspruch nicht bestehe.

In die­sem Bei­trag hat­te ein Pati­ent, der an erek­ti­ler Dys­funk­ti­on lei­det – einer häu­fi­gen Fol­ge­er­kran­kung des Dia­be­tes – ver­sucht das Medi­ka­ment Cya­lis erstat­tet zu bekom­men. Cya­lis ist nicht Teil des Leis­tungs­ka­ta­logs der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung (GKV). Er ver­lang­te nun Erstat­tung für Auf­wen­dun­gen und Natu­ral­leis­tun­gen für die Zukunft (die GKV leis­tet im Nor­mal­falls nur mit Natu­ral­leis­tung, also mit ärzt­li­chen Dienst­leis­tun­gen und Medi­ka­men­ten über Apo­the­ken). Er stütz­te sich hier­bei auf das Ver­fas­sungs­recht und die UN-Behin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on, das BSG ent­schied jedoch, dass es nicht gegen das Ver­fas­sungs­recht ver­sto­ße, wenn die Kos­ten für die Behand­lung der erek­ti­len Dys­funk­ti­on mit Cya­lis nicht erstat­tet wür­den. Dar­über hin­aus ent­schied der Senat, dass der strei­ti­ge Art. 25 Satz 3 lit. b i. V. m. Satz 1 und 2 UN-Behin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on zu unbe­stimmt sei, um unmit­tel­bar ange­wen­det wer­den zu kön­nen. Zudem gebe es ins­be­son­de­re kei­ne Dis­kri­mi­nie­rung Behinderter.

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