Monatsarchiv

Krawatte abschneiden an Weiberfastnacht kann zum Schadenersatz verpflichten

Heute ist Weiberfastnacht. Für mich als Norddeutscher ein weniger wichtiger Tag, als für solche Menschen, die aus dem Rheinland oder dem Ruhrgebiet stammen. Vor allem im Rheinland werden alljährlich den Männern die Krawatten eingekürzt. Typischerweise stürmen die Arbeitskolleginnen auf die Arbeitskollegen – bewaffnet mit Büroscheren – ein, und schneiden das untere Stückchen der Krawatte ab. Oft wird es dann irgendwo als Trophäe aufgehängt.

Wer dort lebt und weilt, der kennt diese Bräuche und kommt entweder gänzlich ohne oder nimmt eine Krawatte, bei der man "Schäden", also das abschneiden, in Kauf nehmen kann. Was aber, wenn jemand den Brauch nicht kennt?

Dann kommt es möglicherweise zu einem Klageverfahren, wie 1987 in Essen (AG Essen, Urteil vom 3. Februar 1988 – 20 C 691/87). Es ist kaum zu glauben, aber folgender Fall führte zu einem Rechtsstreit auf Zahlung von Schadenersatz: