Ist die Anzahl an Teststreifen limitiert?

Versicherte haben grundsätzlich gemäß § 31 SGB V einen Anspruch auf Versorgung mit apothekenpflichtigen und verschreibungspflichtigen Arzneimitteln sowie auf Versorgung mit Verbandmitteln, Harn- und Blutteststreifen. Der Anspruch wird generell durch die Regeln der ärztlichen Kunst und dem Gebot der Wirtschaftlichkeit begrenzt; diese Grundsätze gelten für alle Arten der Versorgung und Behandlung. Es soll schließlich nur die notwendige und wirtschaftliche Behandlung durchgeführt werden, das ist ja auch naheliegend. Der Umfang soll jedoch auch ausreichend und zweckgerichtet sein. Die Menge hängt insbesondere von der Art und Dauer der Erkrankung ab. Der Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen hat festgestellt, dass die Verordnung großer Mengen zu Verschwendung führen kann; bei chronischen Erkrankungen kann die Verordnung größerer Mengen jedoch auch wirtschaftlicher sein. Diese Entscheidung liegt zunächst bei dem behandelnden Diabetologen. Der behandelnde Arzt hat sicherzustellen, dass eine Folgeverordnung auch notwendig ist. Dabei ist zu berücksichtigen, ob die bereits verordnete Menge innerhalb der vorliegenden Zeit verbraucht worden sein kann. Zudem muss der Arzt im Zweifel prüfen, ob Missbrauch mit Arzneimitteln getrieben wird (wie z. B. Verkauf). Man kann daher richtigerweise feststellen, dass es keine gesetzlich normierten Höchstmengen gibt. Doch das stimmt nicht ganz, denn die Kassenärztlichen Vereinigungen haben Richtmengen erstellt, diese sind jedoch nicht bindend. Ein Arzt kann mehr verordnen, er muss dies nur gegebenenfalls begründen können. Wenn er dies kann, und das dürfte bei Typ-1 Diabetikern in der Regel der Fall sein, dann kann ein Arzt auch durchaus mehr verordnen. Allerdings macht dies für den Arzt zusätzliche Arbeit. Zudem haben Ärzte unterschiedliche Verordnungsmengen, so hat ein Diabetologe ein höheres Budget als beispielsweise ein Hausarzt. Zu beachten ist auch - und das könnte der Grund sein, warum Ärzte recht zurückhaltend sind bei solchen Dingen - wenn der Arzt die höhere Verordnungsmenge nicht schlüssig begründen kann, dann droht ihm eine Regressforderung der Krankenkasse, d. h. in dem Fall zahlt dann der Arzt die Teststreifen.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass dem Arzt keine festen Verordnungsgrenzen vorgeschrieben sind. Solche festen Grenzen wären für eine bedarfsgerechte Behandlung auch hinderlich, da es jeweils um den Einzelfall geht und dieser in vielen Fällen unmöglich pauschalisiert werden kann.

§ 31 Arznei- und Verbandmittel

(1) Versicherte haben Anspruch auf Versorgung mit apothekenpflichtigen Arzneimitteln, soweit die Arzneimittel nicht nach § 34 oder durch Richtlinien nach § 92 Abs. 1 Satz 2 Nr. 6 ausgeschlossen sind, und auf Versorgung mit Verbandmitteln, Harn- und Blutteststreifen. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat in den Richtlinien nach § 92 Abs. 1 Satz 2 Nr. 6 festzulegen, in welchen medizinisch notwendigen Fällen Stoffe und Zubereitungen aus Stoffen, die als Medizinprodukte nach § 3 Nr. 1 oder Nr. 2 des Medizinproduktegesetzes zur Anwendung am oder im menschlichen Körper bestimmt sind, ausnahmsweise in die Arzneimittelversorgung einbezogen werden; § 34 Abs. 1 Satz 5, 7 und 8 und Abs. 6 sowie die §§ 35, 126 und 127 gelten entsprechend. Für verschreibungspflichtige und nicht verschreibungspflichtige Medizinprodukte nach Satz 2 gilt § 34 Abs. 1 Satz 6 entsprechend. Der Vertragsarzt kann Arzneimittel, die auf Grund der Richtlinien nach § 92 Abs. 1 Satz 2 Nr. 6 von der Versorgung ausgeschlossen sind, ausnahmsweise in medizinisch begründeten Einzelfällen mit Begründung verordnen. Für die Versorgung nach Satz 1 können die Versicherten unter den Apotheken, für die der Rahmenvertrag nach § 129 Abs. 2 Geltung hat, frei wählen.